KickAss Women Daniela Kleiser krönt sich nach einer fable Saison mit dem Agegroup-Weltmeistertitel auf der 70.3 Distanz

Hi liebe KickAss Squad, Dani meldet sich zurück. Leider war die Zeit zwischen Samorin und Utah sehr knapp und ich habe es nicht mehr zu einem kleinen Zwischenupdate geschafft. Doch nun liegen alle Rennen hinter mir und ich habe einen kleinen Rennbericht zu meinen letzten Wettkämpfen mit einer Zusammenfassung der Saison 2021 geschrieben.

13. Oktober 2021

Wie ihr sicher schon aus meinem ersten Blog-Beitrag wisst, trainiere ich erst seit Dezember 2020 bei KickAss Sports. Seitdem ging es bei mir steil bergauf. Es ist nicht nur ein Gefühl, dass ich immer schneller werde und mehr Leistung aus meinem Körper rausholen kann. Nein, die Wettkämpfe, die ich dieses Jahr gemacht habe, spiegeln das auch in Zahlen, Daten und Fakten wieder.

The Championship Samorin

Nach meinem letzten Beitrag ging meine Reise zunächst nach Samorin, Slowakei. Dort fand „The Championship“, die inoffizielle WM über die Mitteldistanz der Challenge Family, statt. Das Rennen war ein wilder Ritt. Das Schwimmen in der Donau gegen die Strömung bei Wind und (für einen Fluss) hohen Wellen bzw. starker Unruhe war eine Katastrophe. Ich bin erst nach gut 41Minuten aus dem Wasser herausgekrochen. Ein schreckliches Gefühl muss ich zugeben…aber ich habe mir gedacht: „Schlimmer kann’s ja nicht werden“ 😊 

Auf dem Rad ließ der Wind nicht nach. Die Radstrecke führte geradewegs zur Autobahn, wo anschließend 4 Schleifen gedreht wurden. Immer hin und her. Das bedeutete für dieses Rennen einen Wechsel aus Rückenwind und Gegenwind (und ab und zu mal eine Böe von der Seite). Irgendwie kämpfte ich mich da durch. Im Kopf habe ich mir immer gesagt: Dani, du musst gegen den Wind immer investieren, mit dem Wind kann ja jeder!

KickAss Women, Daniela Kleiser, Triathlon WM

Ein Wechselbad der Gefühle

Anschließend ging es runter vom Rad. Die Beine waren schon ziemlich bedient und haben sich wirklich nicht mehr so gut angefühlt. Deshalb entschied ich mich dazu, mich in der Wechselzone kurz hinzusetzen. Dann passierte mir noch ein kleines Missgeschick, denn ich zog meine Socken aus, bis ich feststellte, dass ich die ja noch brauche. Also wieder an und los auf die Laufstrecke.

Das Laufen ging dann tatsächlich erstaunlich gut. Ehrlich gesagt so gut, dass ich gar nicht sagen kann, wo dieser Speed plötzlich herkam. Über Gras, Sand und Teer ging es auf drei Runden Richtung Finishline. Als ich im Ziel auf meine Uhr schaute standen da sage und schreibe 1:15:27Std. Verrückt. Und das über einen Halbmarathon, nach Schwimmen und Radfahren.

Mit dieser Gesamtleistung sicherte ich mir den 1.Platz in meiner AK und Overall AK. Sogar 7. Profi-Lady wäre ich geworden, hätte ich diesen Status schon…aber was nicht ist, kann ja noch werden 😊

Kurztrip innerhalb Deutschlands

Nach Samorin bin ich noch bei einer kleinen Olympischen Distanz in Ratscher, Thüringen gestartet. Dort konnte ich mit gutem Vorsprung und einem abschließenden 10 km Lauf in 34:12min als 1. Frau und 3. Gesamt (einschließlich Männer) die Ziellinie überqueren. Eine weitere gelungene Generalprobe für Utah.

Auf zur Ironman 70.3 WM in St.George 

Die Ironman 70.3 WM in St. George, Utah!! Ich habe mich schon die ganze Saison darauf gefreut und am 18.09.2021 war es endlich so weit. Dankbarer Weise hat das ganze Prozedere mit der Einreise reibungslos funktioniert und ich konnte mich in der Woche vor dem Rennen sehr gut an die klimatischen Bedingungen von 40 Grad und Sonne anpassen. Aber wie der Wettergott oder wer auch immer wollte, kam am Renntag alles anders: Ich stand ca. 2:45 Std später als die Profis an der Startlinie, wohl wissend, dass sich hinter mir gerade ein Gewitter zusammenbraut und immer näher rückt.

Das Schwimmen in St. George

Wir wurden trotzdem ins Wasser geschickt, was bei mir für ordentlich Bedenken sorgte. Das Wasser hatte über 25 Grad, so dass wir ohne Neoprenanzug schwimmen mussten. Das war auch gut so, denn es war wirklich warm genug. Die letzten 300m des Schwimmens kam dann der Sturm auf und das Wasser hatte ordentlich Wellengang. Das erinnerte mich etwas an Samorin. Ich versuchte dennoch gelassen zu bleiben und ruhig bis zum Schluss durchzuschwimmen. 

Aus dem Wasser draußen, flog mir auch schon alles Mögliche (u.a. ein Bauzaun) entgegen. Beim Umziehen versuchte ich meine Sachen so gut wie möglich vor den Windböen zu schützen und als ich bei meinem Rad ankam, war die kleine Katastrophe perfekt: Rad vom Ständer runter geweht, die halbe Nutrition ausgelaufen und die Kette runtergesprungen. Die anderen Frauen liefen wie ich durch die ewig lange Wechselzone, stiegen aufs Rad und versuchten krampfhaft nicht runtergeweht zu werden.

Weiter auf dem Rad und in den Laufschuhen

Für die ersten 5km brauchte ich geschlagene 17min. Es stürmte, regnete, gewitterte und später kam sogar noch Hagel dazu. Ich war echt froh, dass ich einen Helm aufhatte. Das Wetter wurde etwas besser und ich konnte einen Zahn zulegen. Ein paar Schauer kamen noch runter, aber ich ließ mich nicht daran hindern, ordentlich Boden gut zu machen. Ich hatte sogar die beste Rad-Zeit der Nicht-Profis 😊

KickAss Women, Daniela Kleiser, Triathlon WM

Beim Laufen ging es über einen anspruchsvollen Kurs mit 400hm in 2 Runden a 10km. Ich hatte recht gute Beine und fand recht schnell meinen Rhythmus, was auf dieser Strecke eigentlich kaum möglich war. Immer wieder ging es bergauf und wenn es nicht bergauf ging, peitschte einem der Regen und Wind mitten ins Gesicht. Also schön ist was anderes und Spaß definitiv auch.

Aber ich will nicht jammern, denn es wäre jammern auf sehr hohem Niveau. Am Ende reichte meine Leistung für einen Weltmeistertitel, nicht nur in meiner AK, sondern Overall. Damit geht ein riesengroßer Traum für mich in Erfüllung und endlich, endlich haben sich die harte Arbeit und das Training ausgezahlt.

KickAss Women, Daniela Kleiser, Triathlon WM St. Georgen

Ende gut, alles gut…

Ich bin überglücklich, dankbar, und vielleicht auch ein bisschen stolz, dass ich das alles erleben durfte und diesen Titel nun tragen darf. An dieser Stelle: Vielen Dank an KickAss Sports und vor allem Flo Heck!!! Ohne ihn wäre ich niemals so weit gekommen. 

Jetzt geht meine Reise weiter… wohin? – Zu den Profis. Also bleibt dabei und begleitet mich weiter, bei meinen ersten Schritten zur und als Profi-Triathletin 😊 

Bis bald, 

Eure Dani

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