Unsere Haut als Abgrenzungsorgan

Um zu wissen, wie wir die Haut in ihrer Aufgabe als Abgrenzungsorgan unterstützen können, ist es wichtig ihren Aufbau und ihre Funktion zu verstehen. Die Haut hat ihr eigenes System Feuchtigkeit zu halten und unterschiedliche Schutzmechanismen entwickelt. Mit der richtigen Pflege können wir die Hautbarriere auf natürliche Weise stärken. Schauen wir uns als Erstes ihren Aufbau an.

28. April 2021

KickAss Sports, Andrea Dablander

Aufbau der Haut

Der Aufbau der Haut lässt sich grob in 3 Schichten einteilen. Tasten wir uns vom Körperinneren nach außen voran. Die innerste (unterste) Hautschicht ist die Subcutis. Sie beherbergt das Fett- und Bindegewebe und ist somit der Energiespeicher unseres Körpers. Ungefähr 2/3 unseres Körperfetts sitzt hier und schützt uns vor Unterkühlung. Das Fettgewebe ist übrigens sehr gut durchblutet. Wenn im Blut ein Überschuss an Fett ist, kann es so direkt in der Subcutis gespeichert werden. Anders herum kann das Fettgewebe bei einem Mangel auch wieder abgebaut werden.

Die mittlere Schicht ist die Dermis. In ihr finden wir Kollagen- und elastische Fasern, die den Spannungszustand der Haut bestimmen. Je mehr Feuchtigkeit diese Fasern halten, desto praller und jugendlicher wirkt unsere Haut. Die Dermis wird von Blutbahnen, Nerven und Lymphgefäßen durchzogen. Hier sind auch die Sinneszellen eingelagert, mit denen wir Druck, Temperatur und Schmerz empfinden können. Aber auch die Talg- und Schweißdrüsen sind hier angesiedelt.

Über der Dermis finden wir die Epidermis: Der Ort, wo die Verhornung stattfindet. Die Epidermis erneuert sich ständig. 28 Tage dauert die Umwandlung einer intakten Hautzelle zur leblosen Hornschuppe. Auf ihrem Weg vom inneren Rand der Epidermis bis zum äußeren verändern die Zellen ihre Form und Funktion. Anfangs rund mit funktionierender Zellwand und Zellkern, öffnen sie auf ihrer Wanderung Zellkern und Zellplasma. Diese Bestandteile werden recycelt und bilden wichtige Bausteine der Hautbarriere.

Die Haut als Abgrenzungsorgan nach Außen

Die Haut ist unser Abgrenzungsorgan nach Außen. Aber wie können jetzt trockene, lose Hornschüppchen eine stabile Hautbarriere bilden? Eine Hautbarriere, die Krankheitserreger und Schadstoffe daran hindert durch die Haut in unseren Körper einzudringen und uns gleichzeitig vor Feuchtigkeitsverlust schützt?

Das geht nur im Team.

Ganz oben auf der Haut liegt der Hydro-Lipid-Film: Auf Deutsch: Wasser-Fett-Film. JedeR, die/der schon mal beim Kochen Öl in einen Kochtopf mit Wasser geschüttet hat, weiß, dass das Öl auf dem Wasser aufschwimmt und sich nicht vermischt. Wie kann nun unsere Haut einen gleichmäßigen Wasser-Fett-Film bilden? Schließlich sitzen Wasser und Fett nicht als feine, kleine Tröpfchen eng nebeneinander. Die Haut rührt sich ihre eigene Creme an. Eine Creme besteht aus Wasser und Fett, die durch einen Emulgator verbunden werden. Den Emulgator finden wir bei der Haut in den Bestandteilen der Zellkerne, die sich auf den Weg nach oben während der Verhornung auflösen. Auf der Hautoberfläche vermischen sich der Talg (Fett) der Talgdrüsen mit dem Schweiß (Wasser) und den Verhornungsprodukten zu einem gleichmäßigen Film. Dieser Film sorgt für einen leicht säuerlichen pH-Wert von ungefähr 5,3 und schützt unsere Haut so vor unerwünschten Mikroorganismen. In gewissem Maß kann der Film auch Sonnenlicht filtern und die Strahlung leicht abschwächen.

Die zweite im Team ist die Rein´sche Barriere. In der Epidermis (ungefähr auf mittlerer Höhe, wo das Absterben der Zellen beginnt) bildet sie eine durchgehende Schicht, die sich vor allem aus Lipiden (Fetten) zusammensetzt.  Ihre Hornschichtlipide schützen vor Wasserverdunstung aus dem Gewebe und gleichzeitig verhindern sie das Eindringen von Wasser in unseren Körper. Ohne Rein´sche Barriere könnten wir nicht schwimmen gehen – wir würden komplett aufquellen. Dieser Barriere verdanken wir es auch, dass keine fremden Substanzen in uns Eindringen können.

Die Haut ist ein faszinierendes und ausgeklügeltes System, das unser Körperinneres umgibt und schützt. Die Grenze zwischen Innen und Außen ist ein sensibler Bereich. Umso wichtiger ist es, dass wir sie mit der richtigen Pflege in ihrer Funktion unterstützen und stärken.

Welche Pflege braucht die Haut? Tipps und Tricks

Wie ihr seht, kommt die Haut ganz gut allein zurecht. Die Haut ist heutzutage jedoch vielen Reizen ausgesetzt: Luftverschmutzung, Feinstaub, Stress, intensivere UV-Strahlung oder einseitige Ernährung (Mangel). All diese Faktoren haben sich seit der Steinzeit verändert und machen es sinnvoll, die Haut mit natürlicher Pflege zu unterstützen. Das Grundprinzip dabei ist einfach: Nichts tun, was die Hautbarriere schwächt.

 

  1. Tipp: Sanft reinigen.

Abends die Haut sanft mit etwas Wasser und Öl reinigen (ihr seht, hautähnliche Stoffe). Morgens empfiehlt es sich die Haut nur mit Wasser zu reinigen. Schwemmen wir die Fette der Hautbarriere durch übertriebene Reinigung mit z.B. Double Cleansing oder Reinigungsschaum aus, hat die Haut Stress. Stell dir vor, du hast eine wichtige Aufgabe zu erfüllen und jemand will dich ständig von der Arbeit abhalten. Du reagierst gereizt, oder? Der Haut geht es nicht anders. Sie wird für Schadstoffe durchlässiger, wird empfindlich und reagiert schneller auf Reize.

 

  1. Tipp: Die Pflege an den Hauttyp anpassen.

Fettige Haut braucht vor allem feuchtigkeitspendende Pflege, da sich das Gleichgewicht im Hydro-Lipid-Film zugunsten der Lipide verschoben hat. Trockene Haut zeichnet sich durch eine verringerte Talgproduktion aus. Die Hautfeuchtigkeit verdunstet sehr viel schneller. Es empfiehlt sich eine reichhaltige Pflege, die der Haut eine Hülle gibt und so die Feuchtigkeit in der Haut hält. Eine vorwiegend wässrige Pflege bringt bei trockener Haut leider wenig, da sie aufgrund fehlender Fette nicht lange in der Haut bleiben wird.

Im Alter lässt die Produktion der Talgdrüsen nach, die Haut wird ganz unabhängig vom Hauttyp trockener und braucht reichhaltigere Pflege.

 

  1. Tipp: Bausteine für den Aufbau liefern – innerlich und äußerlich

Die Rein´sche Barriere setzt sich aus Lipiden zusammen. Über eine natürliche Pflege, die reichhaltige Pflanzen-Öle enthält, können wir der Haut unterschiedliche Fette liefern, die sie als Bausteine in die Barriere einbauen kann. Mit Ölen oder Pflanzen-Extrakten, die reich an natürlichen Antioxidantien sind, können wir der Haut zusätzlich bei der Abwehr von freien Radikalen helfen. Freie Radikale entstehen z.B. durch Stress oder UV-Strahlung. Sie stören Stoffwechselprozesse und schädigen Zellstrukturen. Antioxidantien fangen die freien Radikale ein und machen sie unschädlich. Genauso wichtig ist die Nährstoff-Versorgung der Haut von Innen: Eine ausgewogene Ernährung mit essentiellen Fettsäuren (z.B. Nüsse mit Omega-3-und Omega-6-Fettsäuren) und Vitaminen (=natürliche Antioxidantien) trägt stark zu einer gesunden Funktion der Haut bei.

Die Abgrenzungsfunktion der Haut ist für uns lebenswichtig. Sie ist 24/7 für uns im Einsatz: Feuchtigkeit speichern, Keime abwehren, UV-Strahlung filtern, pH-Wert regulieren, das sind nur ein paar ihrer Aufgaben. Mit ausgewogener, abwechslungsreicher Ernährung und natürlicher Hautpflege können wir der Haut wichtige Bausteine liefern, die sie für die Ausübung ihrer Barrierefunktion braucht und sie so in ihrer Funktion unterstützen. 

Diesen Blogbeitrag hat unsere KickAss Partnerin Andrea Dablander geschrieben. Sie entwickelt authentische Naturkosmetik. Ihr Versprechen: Pflanzliche Wirkstoff-Kosmetik für eine schöne, strahlende Haut. Alle ihre Produkte sind Natrue-zertifiziert. Als Teil des #kickasssquad erhaltet ihr 15 % auf alle Produkte bei Andrea Dablander.

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